ANDERS SEIN – WAS BEDEUTET DAS?
17.3.2010
Fragen an unser Podium:
WAS sind eigentlich die KRITERIEN, um sich ANDERS zu fühlen?
Ist die Religion ein diesbezüglich dominantes Kriterium oder sind es eigentlich ganz verschiedene, individuelle Eigenschaften und Befindlichkeiten?
Anders Sein wird ja nun ganz unterschiedlich empfunden.
Manchmal vielleicht als befreiend, abgrenzend –
manchmal als verletzend, ausgrenzend …
Der Dachverband KIOS (Koordination Islamischer Organisationen Schweiz) bereitet derzeit eine Klage vor, welchen Muslimen in der Schweiz die Möglichkeit eröffnen soll, eigene Friedhöfe zu betreiben.
Wie sehen "die Schweizer" das, welche sich doch in letzter Zeit vermehrt in der Öffentlichkeit und in den Medien auf ein gemeinsames, jüdisch-christliches Wertesystem beziehen?
Gibt es ein Recht auf, im Leben verschieden zu sein – und nach dem Tode haben alle Menschen gleich zu sein?
Was sind die Besonderheiten im jüdischen, christlichen und muslimischen Beerdigungsritus?
Darf man eine eigene absolute Wahrheit vertreten?
Aus soziologischer Sicht – sehen SIE die, durch die Gesellschaft gewährte und geschützte Möglichkeit ANDERS SEIN zu dürfen, unverzichtbar für sozialen Frieden in der Schweiz oder eher als eine Gefahr?
Erkenntnisse aus der Veranstaltung
- In allen Diskursen solle das MENSCHSEIN mehr im Vordergrund stehen (damit ist das ANDERS SEIN bereits als Natürlichkeit gegeben) und weniger in externen, äußerlichen Identitäten festgemacht werden, die quasi "uniformierte, einander gegenübergestellte Lager" schafft.
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Im interreligiösen Diskurs solle man sich weniger in der theologischen Diskussion verlieren,
sondern eher einander in gemeinsamen (sozialen, ökologischen, caritativen, etc.) Projekten engagieren und einander darin motivieren.
Mehr praktische Kooperation, denn theoretische Diskussion ist gefragt.
- Es möge erkannt werden, dass man in jedem Fall von einander zu lernen vermag, dadurch das gemeinsame Vermögen vermehrt, der Zusammenhalt – auch in der Verschiedenheit – gestärkt und dadurch gesellschaftlicher Friede befördert wird.
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These:
Wohl mag jeder Mensch an etwas Absolutes (letztlich an Gott – als das für einen Gläubigen einzig wirklich Absolute) glauben, doch keiner solle diesen Glauben absolutistisch (totalitär) anderen als die "einzige Wahrheit" aufdrängen.
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Begehr:
Man solle die eigene Position eher aus der eigenen Befindlichkeit, dem eigenen "Terrain" darstellen, als aus dem Spannungsfeld der Gegensätzlichkeit zum Anderen.
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Erkenntnis:
Kompromisse sind dann "faul", wenn sie aus Furcht vor weiterer Ausgrenzung geschlossen werden.
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Warnung:
Es führt zu oft zu groben Unstimmigkeiten, wenn man voraus "annimmt, zu wissen glaubt", was der andere denkt – durch dieses "vereinnahmende Denken" werden mögliche, offene Wege der einander befruchtenden Begegnung verwehrt und vorurteilsbeladene, konfliktträchtigere Argumentationsschleifen bemüht.
Besser wäre: "immer wieder neu zuhören".
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Aussicht:
Unter dem Schutz des Zelt-Abrahams darf auch schmerzlich empfundene, subjektive Wahrheit von JEDEM - als Gleicher unter Gleichen – ausgesprochen werden und JEDE(R) auf Gehör und ernsthafte Berücksichtigung zählen.
Zelt Abrahams