MEDIENBERICHTE
| Datum | Medium | Titel |
| 1.11.10 | Basellandsch. Zeitung | Gemeinsam kochen & essen |
| 13.06.10 | Kirche heute | Von zwei Seiten her Brücken schlagen |
| 30.05.10 | katharina aktuell | Abrahams Nachkommen |
| 2010 | Fachstelle Integration | Institutionen interrel. Zusammenarbeit |
| 25.03.10 | Kirchenbote | Glaube macht Schule |
| 04.03.10 | ||
| 20.12.09 | telebasel | MG Basel in der Synagoge & Kirche |
| 02.12.09 | telebasel | Zum Abstimmungsergebnis |
|
29.10.09 |
Bieler Tagblatt | 3 Religionen starten gemeins. Projekt |
| 25.10.09 | Interview SRDRS | 3 Projektleiter zum Projekt |
| 25.10.09 | Interview SRDRS | alternativer download Link |
| 21.10.09 | Aargauer Zeitung | 3 Religionen im gemeinsamen Zelt |
| 16.10.09 | Interview SRDRS | Chr. Projektleiter zum Projekt |
| 15.10.09 | Tacheles |
Religionsfreiheit im Rechtsstaat & Video - ung. bei Min. 47 |
| 14.10.09 | Kirchenbote | Religionen Hand in Hand |
| 09.10.09 | Tacheles | Gleichberechtigung der Religionen |
| 30.10.09 | Basellandsch. Zeitung | Ist Einheit immer zum Guten? |
| 29.09.09 | Basler Zeitung | Alle unter einem Dach |
| 29.09.09 | islam.ch | Gründungsstunde "Zelt Abrahams" |
Interviews der drei Projektleiter "Zelt Abrahams"
für Schweizer Radio DRS
Heidi KRONENBERG
INTERVIEW Nico RUBELI, 16.10.09
zum NACHHÖREN auf Radio DRS.
INTERVIEW Muhammad HANEL, 16.10.09
Was erwarten Sie vom Projekt Zelt Abrahams?
Nun - jeder kennt das Wort:
"Kein Friede auf Erden, ohne Friede zwischen den Religionen".
Es stellt sich also die Frage - wie soll dieser Friede verwirklicht werden, wenn die einzelnen Vertreter dieser Religionen sich miteinander nicht vertragen?
Unser Ziel ist es, unter dem Zelt Abrahams zu zeigen, DASS das geht und WIE das geht und damit möchten wir auch anderen mutigen Wanderern durch diese Welt, die Gottes Welt ist, ein schönes
Beispiel geben.
Was ist für Sie neu am Projekt Zelt Abraham?
Neu ist für mich nicht so
sehr, dass wir Vertreter der drei abrahamitischen Religionen miteinander auf gleicher Augenhöhe sprechen, sondern endlich gleichberechtigt, gleich motiviert und gleich engagiert mit einander
kooperieren, also an gemeinsamen konkreten Anliegen und Projekten zusammenarbeiten. Dabei kommen uns die Bedingungen an unserem Arbeitsplatz, der neutralen, rechtsstaatlichen Schweiz - wenn ich
das so sagen darf - natürlich sehr entgegen.
Was bedeutet es für die muslimische Gemeinschaft Basels?
Für die
muslimische Gemeinschaft bedeutet dieses Projekt natürlich eine ganz neue Erfahrung. Bedenken Sie bitte, dass die hier lebenden Muslime - einzelne Individuen ausgenommen - bislang ja fast
keinerlei Erfahrungen mit interreligiösen, öffentlichen Projekten haben, an welchen sie initiativ und aktiv teilgenommen haben. Muslime waren bisher und sind immer noch hauptsächlich mit der
wirtschaftlichen Absicherung ihres Lebens und das ihrer Familien hier und ihrem Ursprungsland befasst und konnten noch eher weniger Ressourcen für darüber hinausgehende Projekte freigeben. Umso
mehr freut es mich, dass die muslimische Gemeinschaft sehr positiv und mit großen Erwartungen, wenn auch gepaart mit etwas Unsicherheit an dieses Projekt herangehen.
Wie kann das Zelt Abrahams gegen Vorurteile und Ressentiments gegenüber Musliminnen und Muslimen in Basel
vorgehen?
Wie schon gesagt, möchten die drei Projektleiter durch die völlig transparente und
öffentliche Kooperation miteinander allen Menschen zeigen, dass es nicht die Religionen sind - und für mich wichtig, schon gar nicht der Islam - welche die Ursache für die momentan fast
unerträglich gewordenen Spannungen zwischen den verschiedenen religiös geprägten Gemeinschaften sind, sondern dass dieser zweifelhafte Verdienst eher geistloser Politik zukommt und es die durch
politische Machtansprüche errichteten Hürden sind, welche die Menschen davon abhalten zum Heil ALLER Geschöpfe Gottes zu wirken. Ein Gebot, welches in Wahrheit ja allen Religionen gemeinsam
ist.
Aber wie alles, ist dies wohl auch Teil eines Lernprozesses, welchen die global gewordene Menschheit durchzumachen hat.
Ist es eines Ihrer Ziele, nicht nur versöhnte, interreligiös Interessierte zu erreichen, sondern auch neue Schichten, die
Opfer von antiislamischen Kampagne sind. Z.B Schüler,
Selbstverständlich ist dies sogar eines unserer
Hauptziele. Es ist ja in erster Linie die Unwissenheit, die Furcht vor Unbekanntem, das Fremde, welches als bedrohlich empfunden wird. Und um dieser Furcht entgegenzutreten, wandern wir auch mit
unserem Abrahams Zelt das ganze Jahr lang durch die beiden Basler Kantone und geben einer breiten Öffentlichkeit, auch auf der Strasse die Möglichkeit bei uns einzutreten, um Unwissenheit in
Gewissheit zu wandeln, Unbekanntes in Vertrautes, Fremdes in Bekanntes und es damit den Menschen zu erleichtern, auch in ihrem ganz privaten Leben leichter aufeinander zuzugehen und miteinander
ins Gespräch zu kommen und Vertrauen zueinander zu fassen.
Denn ohne Vertrauen, sei dies in die eigene Überzeugung oder in die Wahrhaftigkeit des Anderen ist keine friedvolle gesellschaftliche Entwicklung möglich, wie ich glaube. Und gerade junge
Menschen aus unseren drei Religionen mit in unser Projekt mit einzubinden, ihnen auch die Gelegenheit zu geben, diesem Projekt eine vielleicht ganz eigene, ihnen entsprechende Richtung zu geben,
wird sicherlich eine lohnende Aufgabe dieses Projektes sein.
Was ist für Sie die grösste Herausforderung?
In der kalten Jahreszeit trotz kalter Zehen auszuharren - nein - Spass beiseite.
Ich denke dass die größte Herausforderung ist, möglichst all unseren Besuchern die Überzeugung vermitteln zu können, dass ohne Sorge vor Unterschiedlichkeit und Verschiedenheit, Anliegen nicht
gegeneinander und gegen die Interessen anderer durchgesetzt werden müssen, sondern viel leichter und angenehmer miteinander umgesetzt werden können. Dies braucht zwar anfänglich etwas mehr
Bemühung, doch wird dieser Mehreinsatz durch das letztendliche Ergebnis mehr wie wettgemacht.
Welche Ziele müssen für Sie erreicht sein in drei Jahren, damit Sie weiter
machen?
Erstens sollten wir mit unserem Projekt nicht nur kantonale Beachtung gefunden haben, sondern
auch über diese, bis über unsere Landesgrenzen hinaus, ein schönes Beispiel abgeben.
Zweitens sollten wir mit unserem Beispiel zu weiteren ähnlichen Projekten angeregt haben und allen Beteiligten die Vorteile dieser synergetischen Kooperation zugänglich gemacht haben.
Und drittens natürlich auch ganz allgemein durch unser Projekt einen sichtbaren Beitrag zum verständnisvolleren Umgang der Mitglieder der verschiedenen Religionsgemeinschaften wenigstens im Land
beigetragen haben.
Ja und last, but not least, durch unsere Arbeit auch die nötigen Mitteln zur Fortsetzung unseres Projekts erworben zu haben.
INTERVIEW Anat WEILL, 18.10.09
Warum heisst das Projekt: „Zelt Abrahams"?
Dieser Name lässt alle passenden Assoziationen zur Thematik erwachen.
Juden, Christen und Muslime sehen im Stammvater Abraham, die Muslime nennen ihn Ibrahim, wir Juden nennen ihn Awraham, ihre religiösen Wurzeln - diese drei Religionen werden daher auch die
abrahamitischen Religionen genannt.
Abraham als Begründer des Monotheismus für die Massen war Nomade und ist um „Seelen zu gewinnen" wie es in der Bibel steht - von Ort zu Ort gezogen.
Wir wollen nun, diese bereits „gewonnenen Seelen" zum Dialog zusammen bringen. Dadurch, dass wir mit unserem Zelt durch die Lande ziehen und die Menschen zum Gespräch miteinander anregen oder zu
gemeinsamen Erlebnissen führen, ohne sie verändern oder beeinflussen zu wollen.
Das „Zelt Abrahams" will zum gegenseitigen Besuch in Gottesdiensten der drei Religionsgemeinschaften Judentum, einladen. Wie könnte ein solcher Besuch
in einer Synagoge aussehen?
Wir legten Wert darauf, dass wir die gegenseitige Verschiedenheit akzeptieren und keinen gemeinsamen G'ttesdienst abhalten wollen. Deswegen erwähnen wir,
dass jede Religionsgemeinschaft zu einem ihrer bestehenden G'ttesdienste einladen kann. Somit könnte das ein ganz normaler Schabbatg'ttesdienst sein, wo muslimische oder christliche Interessenten
beobachten können, was wir jeden Schabbat in der Synagoge tun.
Was für Projekte sind konkret geplant für 2010? (evtl. 2 Beispiele)
Nach langem Brainstorming kamen wir mit Themen:
„Wie Juden, Christen und Muslime essen", „Nationalität und Religion -
was bin ich zuerst?", „Jugendliche kommen zu Wort", „Medizinethik aus jüdischer, christlicher und muslimischer Sicht", „Im Namen der Nächstenliebe - wie gehen wir miteinander um?", „Seelsorge im
Gefängnis", etc., ausserdem entstehen immer neue Ideen wie Trommelkreise für Kinder oder Erwachsene der verschiedenen Religionen oder Sportanlässe oder gegeneinander kochen etc. Einerseits
anspruchsvolle Themen die mit spezialisierten Vertretern der drei Religionen podiumsartig ausgeführt werden können, aber auch ganz populäre Dinge, wo wir zusammen etwas machen, ohne gross zu
diskutieren.
Sie möchten mit dem Projekt die breite Öffentlichkeit erreichen. Was werden Sie unternehmen, um neben den sowieso interreligiös Interessierten auch
neue Schichten zu gewinnen? (Schulen, Betriebe, Vereine)
Wenn wir möchten, dass Jugendliche zu Wort kommen, heisst, dass wir planen, einen Halt in einer Schule zu machen. Wir haben uns vorgestellt, das Zelt vor allem an öffentlichen Plätzen
aufzustellen und dort die Podien stattfinden lassen, um eben auch „Laufkundschaft" anzusprechen.
Das „Zelt Abrahams" ist ein Pilotprojekt. Was muss in den drei Jahren erreicht werden, damit das Pilotprojekt danach verankert werden
kann?
Wir hoffen die Idee macht Schule und trägt sich über gute Erlebnisse weiter in unsere grössere Umgebung hinein.
Ausserdem hoffen wir, dass die Menschen begreifen, das ein Zusammenleben ohne den Versuch miteinander umzugehen und zu sprechen auf Dauer nicht möglich ist. Wir wollen das Bedürfnis sich
auszutauschen wecken und hoffen, dass sich diese Idee etabliert.
Auch ist unser Anliegen, möglichst viele Nachahmer zu finden mit denen dann Synergien geschaffen werden können die möglichst vielen Menschen dienen.
Zelt Abrahams