Rede von Regierungspräsident Urs Wüthrich-Pelloli,
Vorsteher der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion des Kantons Basel-Landschaft
Wenn Christen, Juden und Moslem aufeinander zugehen, treffen sie sich im Zelt Abrahams und versammeln sich bei ihren gemeinsamen Wurzeln. Ich freue mich, dass diese Begegnung und Versammlung hier und heute möglich wird. Im Namen der Regierungen der beiden Basel darf ich allen Beteiligten ganz herzlich danken, dass auf der Grundlage von Offenheit, Toleranz, gegenseitigem Respekt und aufrichtiger Bereitschaft zur Stärkung des gegenseitigen Verständnisses der Grundstein für einen Dialog und die Basis für die Erarbeitung gemeinsamer Projekte gelegt wird. Für diese Grundstunde gibt es keinen geeigneteren Ort als das Zelt Abrahams. Dieses Zelt kann und soll an möglichst vielen Orten aufgestellt und mit Leben erfüllt werden.
Vor einiger Zeit haben wir gemeinsam mit unseren Nachbarn in Frankreich und Süd-Baden im Rahmen eines grenzüberschreitenden Projekts auf mythische Orte am Oberrhein aufmerksam gemacht. Mit diesen mythischen Orten richten wir Wegweiser ein zu Oasen. Oasen der Ruhe in einer immer hektischeren Zeit, Oasen der Besinnung als Gegengewicht zur Oberflächlichkeit und Gedankenlosigkeit, schliesslich Oasen des Staunens über Dinge, die wir trotz Genforschung und Nanotechnologie nicht erklären können. Heute haben wir mit dem Zelt Abrahams einen weiteren mythischen Ort eingerichtet.
Es ist für mich eine grosse Ehre, Ihnen die Grüsse der Regierungen beider Basel zu überbringen und Sie der engagierten Unterstützung durch die Behörden unserer beiden Kantone zu versichern.
Die Verständigung zwischen den Religionen ist von hoher gesellschaftlicher Bedeutung. Sozialer Friede ist unverzichtbare Voraussetzung für erfolgreiche Entwicklung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Einsicht „ohne Friede unter den Religionen kein Weltfrieden“ hat nichts an Aktualität eingebüsst.
Richtigerweise mischt sich der Staat in unserem Land nicht in Religionsfragen ein. Trotzdem erlaube ich mir die persönliche Feststellung, dass die Verständigung zwischen Christen, Juden und Moslem über die gesellschaftspolitische Bedeutung hinausgehen muss. Die Versammlungen im Zelt Abrahams sollen die drei Religionen in ihrem Kernauftrag, der Spiritualität, stärken.
Spiritualität in ihren ganz unterschiedlichen Ausdrucksformen muss Fundament und Orientierungsrahmen der menschlichen Gesellschaft bilden.
In diesem Sinn wünsche ich der Versammlung im Zelt Abraham eine bereichende Gründungsstunde und eine erfolgreiche Zukunft.
Zelt Abrahams